Oh, oh – Gefahr in Verzug! Habe Schnupfen und Gliederschmerzen. Aber eigentlich ist ja alles in meinem Leben soweit in Ordnung. Außerdem habe ich mindestens zehntausend Sachen gleichzeitig zu erledigen. Ist doch klar, dass ich da keine Zeit habe mich mit mir selbst zu beschäftigen – ich bin ja schließlich schon beschäftigt genug! Auch zum loslassen gibt es anscheinend momentan nichts, sonst wäre mir ja gestern etwas eingefallen was ich hätte schreiben können. Aber wie bereits gesagt, eigentlich ist doch eh alles in Ordnung.
Kommt das vielleicht irgendjemanden bekannt vor? Mir schon!
Meine beliebte Allzweckwaffe: Die VERDRÄNGUNGSTAKTIK!
Immer wieder gerne von mir verwendet. Das einzige was mich gerade wundert ist, dass ich sie dieses mal verblüffend schnell entlarvt habe – bereits nach zwei Tagen. Das ist richtig spitzenmäßig. Normalerweise schleppe ich so ungefähr eins bis zwei Wochen mit so einer unliebsamen Angelegenheit herum, bis es mir mental und physisch so schlecht geht, dass ich letzten Endes doch den unliebsamen Tatsachen ins Auge sehen muss.
Da ich mir jetzt schon einmal selbst eingestanden habe, dass ich da irgendetwas verdränge, will ich wenigstens auch wissen was es ist. Also setzte ich mich vor mein ungeliebtes geliebtes weißes Blatt und warte. Und was fällt mir da spontan ein? Nichts! Also gut, doch kein Problem da – prima!
Huch, da regt sich doch so ein kleines unangenehmes Gefühl in meinem Bauch. Fast bin ich geneigt es zu unterdrücken, aber ich habe mir ja vorgenommen ehrlich zu mir selbst zu sein. Und wenn ich jetzt ganz, ganz ehrlich mit mir selbst bin, muss ich mir eingestehen, dass ich sehr genau weiß, was ich seit gestern mit mir herumschleppe.
Ich sage nur noch eins – gestern war Wiegetag! Schon wieder! Und da ich so ein konsequenter Mensch bin, bin ich gestern morgen auch schön artig auf die Waage gestiegen und sie hat meine Treue belohnt und war gnädig zu mir. Gewicht war im Toleranzbereich.
Tja, Toleranzbereich bedeute für mich das Gewicht, dass ich zwar momentan tolerieren muss, aber durchaus nicht meinem Wohlfühlbereich entspricht. Aber wie es sich gerade so abzeichnet bin ich durchaus nicht mehr lange bereit die Toleranz gegenüber meinem Gewicht aufrecht zu erhalten.
Also was tun? Diät kommt für mich nicht mehr in Frage, die halte ich inzwischen nicht mal mehr einen Tag durch. Ich brauch einen anderen Impuls eine andere Hilfe von außen um das Problem zu lösen. Wie immer wenn ich ratlos bin, habe ich zu dem Thema etwas gegoogelt. Und dabei bin ich auf ein Buch gestoßen, dass mich sofort angesprochen hat.
Abnehmen ist leichter als zunehmen – Das Praxisbuch! Ich habe von diesem Autor (der sich auch Psychocoach nennt, hihi) bereits das dazugehörige Hörbuch und muss zugeben, dass ich das was darin besprochen wird wirklich nachvollziehen kann.
Laut Verlagsinformationen bekommt man darin keine Ernährungsempfehlungen – gut! Keine Gesundheitstipps – noch besser!! Und ganz, ganz wichtig – kein Diät-Programm – SUPER!!! Es klärt vielmehr über den Zusammenhang zwischen Gefühlen und Körperfunktionen auf.
Hört sich das nicht an, als wäre es das perfekte Buch für bzw. gegen mein Problem? Ich hoffe es sehr, denn in mir spüre ich die leise Angst, dass es wieder einmal der falsche Weg sein könnte und ich es wieder nicht schaffe dieses leidige Thema Abnehmen irgendwie hinter mir zu lassen.
Zumindest habe ich jetzt doch etwas gefunden, was ich heute loslassen kann. Ich lasse jetzt einfach meine Angst wieder mit dem Abnehmen zu scheitern los.
Morgen hole ich das Buch ab. Es besteht aus einem Zehn-Tage-Programm. Ich kann mir vorstellen, dass es da die ein oder andere Sache gibt die auch wieder loslassen darf. Jetzt bin ich aber erst einmal zufrieden, dass ich mein Kernproblem erkannt habe und den ersten Schritt zur Problemlösung gegangen bin.
Alles Liebe
Andrea